Kosmetika - Tierschutzverein Kreuzlingen

 
 

Kosmetisch geschönte Tierversuchsstatistik

(13|11|07) Der Schweizer Tierschutz STS wirft den Bundesbehörden Konsumenten- täuschung vor. Entgegen den Versicherungen des BVET würden auch in der Schweiz Tierversuche für Kosmetika gemacht. Der STS fordert ein generelles Verbot solcher Versuche. Als Orientierungshilfe für die Konsumentinnen und Konsumenten lanciert der STS seine neue Kampagne «Kosmetika mit Herz».

Jahr für Jahr behauptet das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) bei der Veröffent- lichung seiner Tierversuchsstatistik, dass dabei keine Versuche an Tieren für Kosmetik- produkte bewilligt worden seien. «Das ist eine Irreführung der Konsumentinnen und Konsumenten», sagt STS-Präsident Heinz Lienhard. Denn tatsächlich gilt diese Bewil- ligungspraxis nur für die kosmetischen Fertigprodukte, nicht aber bezogen auf die In- haltsstoffe. Nicht betroffen von Einschränkungen sind ausserdem sämtliche Import- produkte, die an Tieren getestet wurden.

Überflüssige Tierversuche
Angeblich aus Sicherheitsgründen für den Menschen muss von Gesetzes wegen jede neue Substanz vor der Marktzulassung auf ihre Unbedenklichkeit geprüft werden – zumeist im Tierversuch. In der Schweiz waren dies im vergangenen Jahr exakt 51’218 Tiere, die im Namen der Verbrauchersicherheit ihr Leben lassen mussten. In der EU sterben jährlich nur für Kosmetika rund 30’000 Versuchtiere bei Hautverträglichkeitstests und 38’000 Tiere in toxikologischen Versuchen. Dagegen hält der STS weitere Tierversuche für Kosmetika für unnötig. Denn die Hersteller könnten heute auf eine Palette von 8’000 Roh- und Inhalts- stoffen zurückgreifen, die bereits geprüft worden sind. Die grösste Schweizer Tierschutz- organisation fordert deshalb ein generelles Tierversuchsverbot für Kosmetika, das neben den Fertigprodukten auch die Inhaltsstoffe umfassen soll.

Die EU sieht zwar ein entsprechendes Verbot ab 2013 vor, doch droht es am Widerstand der mächtigen Kosmetiklobby bereits im Vorfeld zu scheitern. Dabei stünden praxis- taugliche alternative Methoden zu den Tierversuchen schon heute zur Verfügung. Doch die zuständigen Behörden in der Schweiz als auch in der EU verzögern deren Zulassung durch das jahrelang dauernde Validierungsverfahren, wogegen Tierversuche problemlos bewilligt werden.

Kosmetika mit Herz
Für tierfreundlich eingestellte Konsumentinnen und Konsumenten ist die bisherige Situation schwierig überschaubar, da Angaben zu Tierversuchen auf den Packungen meistens nicht zu finden sind. «Im Gegensatz zu den Nahrungsmitteln fehlen einheitliche Deklarationsrichtlinien», kritisiert die bekannte Fernsehmoderatorin aus der Romandie, Lolita Morena.

Der STS verfolgt deshalb die Strategie einer Positivdeklaration. In einer vom STS durch- geführten Umfrage bei 126 Drogerien und Parfümerien aus der ganzen Schweiz meldeten 70 Prozent, dass die Sensibilisierung der Kunden in Bezug auf tierversuchsfreie Kosmetik- produkte in den letzten zehn Jahren spürbar zugenommen hat. 78 Prozent der Geschäfte begrüsst eine klare Deklaration der tierversuchsfreien Körperpflegemittel und Kosmetika. In einer Broschüre hat der STS nun eine Liste mit empfehlenswerten Produkten von Herstellern zusammengefasst.


Mehr Information / Bezugsquelle der Broschüre «Kosmetika mit Herz»
>>   www.tierschutz.com



Für Rückfragen:
Pressestelle STS, Telefon 079 209 72 52 oder
STS-Geschäftsstelle, Telefon 061 365 99 99


 

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